Erläuternde Vorbemerkungen von Martin Steffes-Mies, Mainzer Ruder-Verein von 1878

Es gibt keinen plausiblen Grund, weshalb im höchsten Führungsgremium eines Sportverbandes wie dem DRV gerade der Sportvorstand fehlen sollte, der alleinig und ausschließlich die komplexe Aufgabe der sportlichen Ausrichtung des Verbandes verantwortet.

Die Fülle an herausfordernden Themenfeldern, die Heterogenität der Interessen der Beteiligten und die große Anzahl an zu führenden hauptamtlich Beschäftigten im Leistungssport erfordern einen breiter aufgestellten verantwortlichen Vorstand, in dem die wesentlichen Aufgaben transparent personenscharf zugeordnet sind. Unklare oder geteilte Verantwortung bedeutet in der Praxis meist keine nachvollziehbare Verantwortung. Auch die Verteilung der Entscheidungskompetenzen gegenüber den in Haupt- und Ehrenamt sowie in Beiräten für den DRV tätigen Personen braucht Eindeutigkeit.

Die Erfahrungen im Umgang mit den gemäß der bisherigen Regelung Verantwortlichen zeigen große Defizite auf, deren Beseitigung dringend angegangen werden muss:

  • Kommunikation und Führung – Umgang im DRV mit Athleten, Trainern, Vereinen: wir brauchen Konzepte zur Persönlichkeits-/Soft Skills-Entwicklung der Entscheider im Leistungssport, um konstruktive Beteiligung und zum Beispiel eine positive Absagekultur zu erreichen (der heute nicht nominierte Athlet ist möglicherweise der Medaillengewinner von morgen)
  • Umgang mit Ressourcen: wir brauchen eine richtungsgebende Kraft, die alle verfügbaren Mittel (Vereine und ihre Aktiven und Trainer, regionale Aktivitäten und Geldgeber) hinter dem gemeinsamen Ziel eines erfolgreichen deutschen Ruderleistungssports bündelt
  • Wir müssen die Konzeptlosigkeit überwinden gegenüber dem Trend zur Abkehr vom Leistungssport bei Aktiven und Vereinen
  • Wir brauchen eine durchgängige Strategie für erfolgreiches Rudern von der Jugend bis in die Seniorklasse
  • Wir sollten eine Renaissance der Werte unseres Rudersports in Angriff nehmen – die Öffentlichkeit nimmt uns kaum noch als den Teamsport schlechthin wahr.

Ein Sportdirektor ist in seinem Hauptamt durch die Fülle operativer Aufgaben zeitlich und organisatorisch stark gefordert. Wir brauchen zusätzlich den gestaltenden, moderierenden und Konzepte strukturiert initiierenden verantwortlichen Vorstand Leistungssport, der gemeinsam mit den DRV-Gremien, den DRV-Mitgliedern (Vereine/Verbände) sowie den externen Organisationen im Sinne unseres Sports wirkt.

Rudertagsantrag.MRV.2018